Vorbemerkung: Seit September 2004 firmiert der DESCAM Electronic Vertrieb Sigmund Scriba als DESCAM 3D Technologies GmbH.
Warum umständlich, wenn es auch einfacher geht? Gerade in Zeiten, wo das Ansetzen des Rotstiftes zu den beliebtesten Tätigkeiten in deutschen Unternehmen zählt, ist diese Frage aktueller denn je.
„Wichtiger jedoch ist die Antwort“, macht Sigmund Scriba, DESCAM-Geschäftsführer, deutlich, „wenn man viel Geld sparen und noch dazu ein qualitativ besseres Ergebnis erzielen kann.“ Warum also komplexe Teile taktil und punktuell auf Messmaschinen vermessen, wenn ein 3D-Laserscanner schneller und besser ist?
Beim taktilen Messen erzielen drei verschiedene Mitarbeiter auch drei verschiedene Ergebnisse – und das kann es doch nicht sein! Dabei ist der Messaufwand mit einer Koordinatenmess-
maschine ungewöhnlich hoch, und mit der Reproduzierbarkeit gibt es oft Probleme. „Werden später noch weitere Messpunkte benötigt“, weiß Sigmund Scriba aus seiner praktischen Erfahrung zu berichten, „ist das Teil wieder zu besorgen, neu aufzuspannen und neu auszurichten – wenn es denn überhaupt noch auffindbar ist.“
Mit der Computer Aided Inspection (CAI) wird ein völlig neuer Weg gegenüber herkömmlicher Messtechnik beschritten. Der Durchbruch im Bereich CAI wird mit der Software „geomagic qualify“ in Zusammenarbeit mit dem 3D-Scanner „ModelMaker“ erzielt.
Ein gutes Beispiel ist ein Getriebegehäuse, das über eine sehr komplexe Form verfügt. Mit dem 3D-Scanner „ModelMaker“ wird die gesamte Form – außen und innen – vollständig erfasst. Dabei ist von Vorteil, dass der kleine, handliche Laser-sensor auf einem 7-achsigen Koordinaten-
messarm sitzt und auch jede noch so versteckte Ecke erfassen kann. „Und“, ergänzt Sigmund Scriba, „weil sich der Bediener mit dem „ModelMaker“ in ein definiertes Koordinaten-
system einmessen kann, liegen die Scandaten dann auch exakt im CAD-Netz vor.“
Das ist für den Soll- / Ist-Vergleich Voraussetzung. Dann lässt sich mit der Software „geomagic qualify“ eine Analyse der Abstände zwischen den Scan- und den CAD-Daten durchführen.
Das Ergebnis ist eine flächige Farbdarstellung, wobei die einzelnen Farben ein definiertes Toleranzband darstellen, das sich völlig frei gestalten lässt. Weiterhin können per Mausklick beliebige Messpunkte gesetzt und ausgewertet werden. Es kann aber auch eine Koordinaten-
tabelle eingelesen und diese Punkte ausgewertet werden. Beide Ergebnisse sind im Qualitätsreport sowohl grafisch als auch tabellarisch darstellbar.
Es lassen sich auch beliebig viele Schnitte in Lage und Dichte durch beide Datensätze legen und vergleichen. Alle Darstellungen – wie Standardansichten, Schnitte, Tabellen und Zoom-Ausschnitte – werden in das umfangreiche Qualitäts-Analyse-Protokoll übernommen und als PDF-, DOC- oder HTML-Dokument ausgegeben.
„Der Hauptvorteil dieser neuen Art der Qualitäts-analyse“, bewertet Sigmund Scriba das Zusammenspiel zwischen seinem 3D-Scanner „ModelMaker“ und der Software „geomagic qualify“, ist die Tatsache, dass das zu analysierende Teil komplett im Rechner vorhanden ist.“ So kann die Analyse in aller Ruhe durchgeführt werden - unabhängig vom physika-lischen Teil und ohne teure Messmaschinen zu belegen. Und man kann jederzeit erneut auf das „Teil“ im PC zugreifen.
Auch in der Serienfertigung ist der Einsatz des 3D-Scanners „ModelMaker“ mit der Software „geomagic qualify“ von großer Bedeutung, wenn im Wareneingang kontrolliert werden soll, ob ein Druckgussteil den gestellten Anforderungen entspricht. Das gelieferte Teil braucht nur mit dem 3D-Scanner „ModelMaker“ gescannt zu werden, und im Rechner findet dann der Soll- / Ist-Vergleich mit dem CAD-Datensatz statt. Innerhalb von nur wenigen Minuten liegt dann ein sicheres Ergebnis vor.
Weiterhin ist der Einsatz des 3D-Scanners „ModelMaker“ mit der Software „geomagic qualify“ in weiten Bereichen des Werkzeug- und Formen-baus ein wichtiges Werkzeug, um bei Unikaten schnell und sicher zu Daten zu kommen. Denn oft gibt es in der Werkhalle beim „Einfahren des Werkzeuges“ noch manuelle Änderungen, die dann niemand beschreiben kann und die für den Konstrukteur unerreichbar sind. Wenn das Werkzeug aber ersetzt oder dupliziert werden soll, fehlen wichtige Informationen und das „Gefummel“ geht von vorne los – aber ohne die Sicherheit, alles wieder genau gleich zu machen wie beim ersten Mal.
Auf Basis der Scandaten führt DESCAM in den geänderten Bereichen eine Flächenrückführung mit der Software „geomagic studio“ durch. Diese NURBS-Flächen baut der Konstrukteur dann in sein CAD-Modell ein und bringt es so auf den tatsächlichen Stand – neu-hochdeutsch heißt das dann: Die Daten werden „upgedated“.
Analyse der Mass-Abweichungen zwischen den Scan- und den CAD-Daten
Analyse in Schnitten: Bemassung von Abständen, Winkeln und Radien